Anzeigen

Bau des Speeremuseums schreitet voran
Grundstein für das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere gelegt

Stadt Schöningen begrüßte die Chefin der Niedersächsischen Staatskanzlei Dr. Christine Hawighorst.

Grundsteinlegung für das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere.

Grundsteinlegung für das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere.

Schöningen. Nur zweieinhalb Monate nach dem Ersten Spatenstich wurde heute der Grundstein für das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere gelegt. Die Stadt Schöningen in ihrer Funktion als Bauherr begrüßte gemeinsam mit dem Förderverein Schöninger Speere – Erbe der Menschheit e.V. und der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH die Chefin der Niedersächsischen Staatskanzlei Dr. Christine Hawighorst.

„Mit dem Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere wollen wir mit der Vergangenheit über die Gegenwart hinaus ein Stück Zukunft für unsere Stadt und die Region gewinnen“, begrüßte der 1. stellvertretende Bürgermeister Schöningens Siegfried E. Pause Gäste und Medienvertreter aus der gesamten Region zur Grundsteinlegung. Der Bau für das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere geht somit in die nächste Phase. Entworfen wurde das Gebäude vom Züricher Büro Holzer Kobler Architekturen. Die spektakuläre Hülle wird ab kommendem Jahr in einer einzigartigen Ausstellung den archäologischen und naturwissenschaftlichen Fundkomplex rund um die Schöninger Speere einer weltweit interessierten Öffentlichkeit präsentieren.

Die vom Landesamt für Denkmalpflege ausgegrabenen Speere – die ältesten Jagdwaffen der Menschheit – gehören zu den wichtigsten archäologischen Funden überhaupt. Für die Realisierung des Forschungs- und Erlebniszentrums stellt das Land Niedersachsen insgesamt 15 Millionen Euro aus Aufstockungsmitteln zum Konjunkturpaket II zur Verfügung. Damit können Konzeption und Planung sowie Gebäude und Außenanlagen realisiert werden. Die Eröffnung ist für März/April 2013 geplant. Die Stadt Schöningen fungiert als Bauherr.

Architektonisches Konzept

Die Fundstelle der Schöninger Speere befindet sich am Rande der Stadt Schöningen und des Braunkohletagebaus. Von weither sichtbar ragt der Bau für das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere aus der Landschaft und signalisiert den Ort als bedeutende archäologische Fundstelle. Wie gegeneinander verschobene Erdschichten schiebt er sich aus der horizontalen Topografie heraus über die flache Wald- und Weidelandschaft. Das Volumen des Baukörpers ist von Bezügen zur Landschaft definiert. Die verlängerten Achsen des Gebäudes ziehen sich als lineare Wege in die Landschaft fort und knüpfen synapsenartig an das Wegesystem des umgebenden Landschaftsraums an.

In der reflektierenden Außenhaut des Baus spiegelt sich die eindrucksvolle Landschaft des sich regenerierenden Braunkohleabbaugebiets. Durch seine Fassade und bildhafte Form wird das Forschungs- und Erlebniszentrum eins mit seiner Umgebung. Mit großformatigen, scharfen Einschnitten in die Gebäudehülle werden weitläufige, faszinierende Ausblicke zur Fundstelle der Speere und zur Grube des Braunkohletagebaus, zu der nahen Waldlandschaft und zu den weidenden Wildpferden inszeniert. Von außen muten die expressiven Öffnungen wie Schatten auf dem Baukörper an und unterstreichen die Dynamik in der Architektursprache.

Die Mitte des Gebäudes bildet das dreigeschossige Foyer, das alle Sichtachsen nach außen miteinander verbindet. Der hohe Raum ermöglicht zugleich Blickbeziehungen zu den Forschungs-
und Ausstellungsbereichen im 1. und 2. Obergeschoss.

Das Herzstück des Projekts ist die Ausstellung, in der die Originalfunde aus Schöningen jenseits herkömmlicher musealer Präsentationsformen zu sehen sein werden. Die Ausstellung soll die Besucher mit einprägsamen Bildern sinnlich und emotional ansprechen, Wissen über Mensch und Umwelt in vergangener Zeit vermitteln und zugleich Bezüge zu aktuellen Themen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit schaffen. Gleichzeitig kann der Besucher die laufenden archäologischen Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten in Schöningen direkt vor Ort miterleben. Die Labor- und Arbeitsräume der Archäologen sind entlang des Ausstellungsrundganges aufgereiht und können von den Besuchern eingesehen werden.

Das „Abenteuer Forschung“, das hier tagtäglich passiert, soll für Laien, Kinder und Fachpublikum nachvollziehbar und hautnah erfahrbar gemacht werden – in der Ausstellung, auf der Ausgrabungsstelle selbst sowie in der Forschungsstation. Die überdimensionalen Einschnitte in die Topografie, die durch den Braunkohletagebau entstanden sind, schaffen eine neue künstliche, überaus faszinierende Landschaft. Die ausdrucksstarke Architektur verbindet künstliche und natürliche Landschaft und wird somit zur Landmarke für Kultur und Wissen.

Anzeigen
Post comment as twitter logo facebook logo
Sort: Newest | Oldest
zeitNah UG