
Helmut Wensing (Eon Kraftwerke), Vereinsvorsitzender Wolf-Michael Schmidt, Landrat Matthias Wunderling-Weilbier, Matthias Herzog (Eon Avacon) und stellvertretender Vereinsvorsitzender Rolf-Dieter Backhaus bei der symbolischen Spendenübergabe.
„Wir haben vor vielen Jahren im Helmstedter Revier die Speere gefunden. Die liegen uns noch immer am Herzen und wir wollen weiterhin als Eon mitspielen und das Konzept unterstützen“, bekräftigt Helmut Wensing, Leiter des Helmstedter Reviers der Eon Kraftwerke.
Mit insgesamt 30.000 Euro unterstützen die drei ortsansässigen Eon-Gesellschaften den Förderverein Schöninger Speere. Zwar müsse sich Eon Kraftwerke in den kommenden Jahren vom Helmstedter Revier verabschieden, so Wensing, ein Projekt wie das durch die Spenden unterstützte Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere jedoch sei eine Möglichkeit, die Geschichte der Region auch zukünftig maßgeblich zu prägen.
Verwendungsmöglichkeiten für das Geld gäbe es viele, die anfallenden Nebenkosten rund um das Projekt seien mannigfaltig, berichtet Dr. Wolf-Michael Schmidt, IHK Präsident und Vorsitzender des Fördervereins: „Einen besonderen Verwendungsschwerpunkt für das Geld haben wir nicht. Wir machen etwa zwei Mal im Jahr unseren Speere-Report und teilen Giveaways aus. Uns besuchen Studenten und Professoren, die an dem Projekt forschen und arbeiten. Für sie übernehmen wir die Herbergskosten. Das sind schon namenhafte Beträge.“
„Die Speere sind eine große Sache für uns, da das Thema weit über den Landkreis und über die Region hinausstrahlt“, findet Matthias Herzog, Netzvorstand der Eon Avacon. Er betont das seiner Meinung nach wichtige Verhältnis zwischen den Eon-Gesellschaften und den Bürgern. Dieses soll auch nach dem Ende der Braunkohl-Ära Bestand haben: „So ist das mit Regionalversorgern. Sie kümmern sich um die Region. Hier wohnen unsere Kunden. Sie sichern uns Stabilität und unsere Mitarbeiter. Wir sind ein Wirtschaftsfaktor, wollen aber auch dazu beitragen, dass andere Wirtschaftsfaktoren entstehen.“
Strukturwandel: Von der Bergbau- zur Tourismusregion
Besonders gefällt Herzog die seiner Ansicht nach geschickte Verknüpfung des Speerezentrums mit weiteren Attraktionen der Region. Die vom Landesamt für Denkmalpflege ausgegrabenen ältesten Jagdwaffen der Menschheitsgeschichte sollen gemeinsam mit dem Lappwaldsee und weiteren bestehenden und zukünftigen Anlaufstellen des Landkreises eine kulturtouristische Einheit bilden und zur Attraktivität beitragen. Daran wollen die drei Eon-Gesellschaften mitarbeiten.
Schmidt bedankt sich bei den Vertretern des Konzerns: „Eon hat die wesentlichen Weichen gestellt. Durch dieses unglaubliche Entgegenkommen, die Funde überhaupt heben zu können, das war ein schwerer wirtschaftlicher Einschnitt für den Konzern, schufen sie die Möglichkeit, diesen sensationellen Fund zu tätigen. Das ist so wichtig, dass jeder Mensch daran erinnert werden muss.“
Durch die Initiativen von Eon und anderen großen Förderern hofft Schmidt, zusätzliche Partner aus der Wirtschaft zu aktivieren. „Wir konnten in den vergangenen Jahren auch weitere große Player der Region, wie beispielsweise die Öffentliche Versicherung Braunschweig, für das Projekt gewinnen. Jetzt haben wir auch die WOB-AG im Wesentlichen verpflichten können.” Ein Erfolg für Schmidt, denn “[...] ein Global Player, welcher der größte Automobilhersteller der Welt werden möchte, überlegt sich genau, wo er unterstützt.“
Landrat Matthias Wunderling-Weilbier betont die Wichtigkeit dieses Projekts für den Landkreis Helmstedt besonders in Hinblick auf das Ende der Braunkohle-Ära: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Themenfeld Kultur und Freizeittourismus im Landkreis von fulminanter Bedeutung ist. Es ist umso wichtiger, dass es hier aus dem Landkreis Unternehmen gibt, die sich in ihrer Verantwortung für den Strukturwandel an unsere Seite stellen. Ich glaube, dieses Projekt wird, eingebettet in einem regionalen Entwicklungskonzept, erfolgreich sein und das insbesondere, wenn man starke Partner hat.“
Attraktivität soll nachhaltig gewährleistet werden
Der inzwischen 348 Mitglieder starke Förderverein kann sich voraussichtlich auch in den kommenden fünf Jahren über Zuschüsse seitens der drei Gesellschaften freuen. Zwar soll das Speerezentrum aus eigener Kraft Gewinne erwirtschaften, der Förderverein plant sich aber so zu kapitalisieren, dass er die Ausstellungen auch auf Dauer attraktiv gestalten kann.
„So was verursacht hohe Kosten. Wenn man dann Partner an der Seite hat, welche die Möglichkeit schaffen, Geld für Sonderausstellungen oder Umbauten beiseite zu legen, dann ist der Punkt der Nachhaltigkeit gewährleistet. Eine Ausstellung. wie die im Moment geplante, kostet beispielsweise über eine Million Euro. Da muss man Werte haben, die einen in die Lage versetzen, auf das Publikum entsprechend zu reagieren und Sonderausstellungen zu finanzieren“, erklärt Wunderling-Weilbier abschließend.
