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Hans Doil, BI Morsleben
25 Jahre Tschernobyl – BI Morsleben demonstriert in Salzgitter

Ein Vierteljahrundert Tschernobyl, sechs Wochen Fukushima. Aufgrund der Ereignisse der vergangenen Wochen macht die BI Morsleben erneut auf die Risiken einer zivilen Kernkraftnutzung aufmerksam.

Hans Doil von der BI Morsleben demonstriert für die Stillegung des ERA-Morsleben während der Anti-Atomkraft Kundgebung in Salzgitter.

Hans Doil von der BI Morsleben demonstriert für die Stillegung des ERA-Morsleben während der Anti-Atomkraft Kundgebung in Salzgitter.

„Eine Region macht sich auf den Weg“ lautete das Motto, unter dem die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e.V. am Ostermontag eine Großkundgebung zum Thema 25 Jahre Tschernobyl veranstaltete.

Zur Teilnahme riefen die Organisatoren alle Atomkraftgegner im Braunschweiger Land auf. In kleinen Gruppen sollten diese sich treffen, um gemeinsam nach Salzgitter zu reisen und gegen die derzeitige Endlager- und Energiepollitik der Bundesregierung zu protestieren.

Zu den angesprochenen Gruppen gehört auch die Bürgerinitiative Morsleben. Die Verantwortlichen der 2007 gegründeten Atommüllendlager-Initiative veranstalten seit dem Zwischenfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 wöchentliche Mahnwachen vor dem Helmstedter Rathaus.

Der Aufruf fruchtete. Nicht zuletzt aufgrund der jüngeren Ereignisse versammelten sich um die 40 Bürger auf dem Marktplatz. „Wir haben lokale Haltestellen eingerichtet, um uns mit möglichst vielen Leuten an möglichst vielen Orten zu treffen und dann gemeinsam nach Salzgitter zu fahren“, erklärt Andreas Fox von der BI Morsleben.

Vor der Abfahrt berichtete der Helmstedter Arzt Christoph Krämer, Mitglied des Arbeitskreises IPPNW über die Spätfolgen des GAU in Tschernobyl: 100.000 Tote sowie 500.000 Geschädigte waren der bisherige Tribut, den die zivile Kernkraftnutzung seit 1986 in der Ukraine und in den vom radioaktiven Fallout betroffenen Gebieten forderte. 240.000 weitere werden wohl in den kommenden Jahrzenten folgen. Angesichts dieser Zahlen sei eine weitere Nutzung atomarer Energie unverantwortlich, so Krämer. „Fukushima war die letzte Warnung. Wir müssen endlich auf andere Energiequellen umsteigen.“

Die Anwesenden stimmten Krämer zu. „Ein schneller Atomausstieg ist nötig, das Restrisiko ist einfach zu groß“, meint Uwe Strümpel (SPD), während Wilfried Winkelmann (B’90/Grüne) bekräftigt, der Ausstieg müsse jetzt so schnell wie möglich festgeschrieben werden, da eine weitere Nutzung der Atomenergie unverantwortlich sei.

Nachdem die Kundgebung in Helmstedt ihr Ende fand, reisten die Aktivisten zu einer weiteren Veranstaltung auf dem Gelände der ERA-Morsleben und schließlich zur so bezeichneten Familienkundgebung nach Salzgitter, um mit mehr als 4000 weiteren engagierten Kernkraftgegnern in der Nähe des Schachts Konrad für erneuerbare Energien und gegen eine Verschärfung des Endlagerungsproblems zu demonstrieren.

Videoreportage zur Atommüllthematik in unserer Region

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